Treffen grössere Erdbeben auf Gebäude und Infrastrukturen, können finanzielle und menschliche Verluste entstehen. Das nennen wir Risiko.
Wie hoch die möglichen Auswirkungen von Erdbeben auf Gebäude und somit auch die Menschen ausfallen könnten, ist anhand eines Risikomodells bekannt.
Die Erdbebenrisikokarte basiert auf einem Index, der die zu erwartende Anzahl Todesopfer mit den geschätzten finanziellen Verlusten aufgrund von Gebäudeschäden in einem Zeitraum von 100 Jahren kombiniert. Die angegebenen Werte beziehen sich jeweils auf eine Fläche von 2 x 2 Kilometern.
Um einen Index zu bilden, wird die tiefste Zahl eines Wertebereichs mit 0 und die höchste mit 1 gleichgesetzt. So lassen sich unterschiedliche Messgrössen kombinieren, wie in diesem Beispiel finanzielle Verluste und Todesopfer.
Nehmen Sie sich Zeit und betrachten Sie die Erdbebenrisikokarte der Schweiz etwas genauer. Was fällt Ihnen auf? In welchen Gebieten ist das Erdbebenrisiko erhöht und was könnten die Gründe dafür sein?
Ein gewisses Erdbebenrisiko besteht in der ganzen Schweiz.
Über einen Zeitraum von 100 Jahren können Erdbeben in der Schweiz folgende Schäden verursachen:
Wichtig: Das Risiko verteilt sich nicht gleichmässig über die Zeit, sondern ist durch seltene, katastrophale Erdbeben geprägt, die meistens ohne Vorwarnung auftreten.
Hinzu kommen Schäden an Infrastrukturen und Verluste durch weitere Folgen von Erdbeben wie Hangrutschungen, Feuer oder Betriebsunterbrüche. Diese werden bisher im Erdbebenrisikomodell nicht berücksichtigt. Wie genau die Zahlen im Modell berechnet wurden, erfahren Sie in der nächsten Lektion.
Ein hohes Erdbebenrisiko besteht besonders in Gebieten, wo viele Menschen und verletzliche Gebäude auf einem schlechten, weichen Untergrund stehen und die Erdbebengefährdung hoch ist.
Zwar unterscheidet sich die Erdbebengefährdung in diesen Regionen, aber wegen ihrer Grösse befinden sich in allen fünf Städten zahlreiche Personen und Werte, die bei einem Erdbeben betroffen wären. Zudem verfügen diese Städte über viele, teils besonders verletzliche Gebäude, die oft auf einem weichen Untergrund stehen, der Erdbebenwellen verstärkt.